Hollywood Ending


  1. Ø 0
   2002
Hollywood Ending Poster
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Kritikerrezensionen

  • Seit über 35 Jahren ein Garant für intelligente urbane Tragikkomödie mit unerreichtem Wortwitz, bringt Woody Allen mit seinem in Cannes als idealen Eröffnungsfilm für das „Vanity Fair“ des Weltkinos gelaufenen subversiven Streich eines seiner geliebten Paradoxe zu Stande: einen Film mit Biss gegen die Filmindustrie zu inszenieren, aber den Zuschauer mit einer cleveren Farce zu begeistern, die nicht formelhaft abläuft, sondern glänzend unterhält und das Allen-Niveau nicht unterschreitet („Im Bann des Jade Skorpion“ und „Schmalspurganoven“), sondern überbietet.

    Nur Allen konnte auf die Idee verfallen, einen Film zu drehen, in dem der vom Meister selbst gespielte Regisseur Val Waxman, der für einen Mainstream-Produzenten (Treat Williams gekonnt verdutzt betriebsblind) einen 60-Millionen-Dollar-Krimi als Remake eines B-Movies der 50er Jahre dreht, blind ist. Genauer gesagt: an psychosomatisch bedingter temporärer Blindheit leidet. Aber der Mann mit der Tendenz zum Chaos kriegt das Ding in den Kasten und wird unerwartet belohnt.

    Es ist schein beinahe unheimlich, dass Allen immer noch Dialoge einfallen, die die Komödien der letzten Zeit in den Schatten stellen und die nicht aus seinem Fundus stammen sondern neu sind. Ein Satz wie „Das Herz ins unvorhersehbar. Anders als Leber und Nieren.“ bündelt Komik, Gefühl, Philosophie, Medizin und Essen in der gekonnten Koppelung des Trivialen mit dem Transzendenten. In Pointiertheit, Schlagfertigkeit, Bissigkeit und Treffsicherheit des Dialogfeuerwerks ist „Hollywood Ending“ etwa „American Sweethearts“ (gescheiterter Versuch einer Hollywood-Satire) haushoch überlegen. Selbst Allen als manisch neurotischer Regisseur treibt seine Hypochondrie („alle Symptome aber keine Krankheit“) in die Überzeichnung, dass bis zu den giftigen Ausfällen gegen seine Ex-Frau (Tea Leoni als Sharon Stone für Arme) das Debunking seiner Person wahnwitzig wirkt: In der Restaurant-Szene ist er mit Stimm- und Themenwechsel im selben Satz ein wahrer Jekyll & Hyde der vollendeten Selbstzerstörung.

    Das glückliche Finale mit dem bereits sprichwörtlichen „The French Exist“, ds man als Reverenz an die europäische Aufnahmebereitschaft für Allens Werk lesen, das aber ebenso gut ironisch gemeint sein kann (wer weiß das bei Allen schon?), ist gelungener Abschluss eines Films, der das Film-im-Film-Thema mit seinen Spitzen (Lifetime-Achivement- Award für Haley Joel Osment, die Dreharbeiten ohne Sinn in den Kulissen von „Im Bann des Jade Skorpion“, Regisseur Mark Rydell und George Hamilton als gelaterte Hollywood-Agenten und Executive Produzenten mit Lifting-Aussicht) locker unterläuft und mit seinen auf die Blindheit bezogenen visuellen und verbalen Gags („Jedes Paar sollte mal eine Zeit blind sein“) unterfüttert. Für Allens Fans ein weiteres Mosaik im Gesamtwerk, sollte die Originalität des Stoffes die Komödie kommerziell ergiebiger als die letzten Arbeiten Allens ausfallen lassen. ger.

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