Asphaltgorillas


  1. Ø 2
   Kinostart: 30.08.2018

Asphaltgorillas: Nach einer Kurzgeschichte des "Terror"-Autors Ferdinand von Schirach inszeniert Detlev Buck das Drama um einen jungen Mann, der gegen seinen Chef rebelliert.

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Filmhandlung und Hintergrund

Asphaltgorillas: Nach einer Kurzgeschichte des "Terror"-Autors Ferdinand von Schirach inszeniert Detlev Buck das Drama um einen jungen Mann, der gegen seinen Chef rebelliert.

In dem skurrilen Gangster-Drama nach einer Geschichte von Ferdinand von Schirach beschließt ein junger Mann, dass er sich nicht länger von seinem Boss gängeln lassen will. Stattdessen greift er selbst nach dem Thron. Doch die Rechnung dafür wird ihm prompt serviert.

„Gorillas“ – Hintergründe

Obwohl bisher noch relativ wenig über die Hintergründe von „Gorillas“ bekannt ist, kann eine Überraschung bereits gelüftet werden: Auf Instagram hat „Germanys Next Topmodel„-Gewinnerin Stefanie Giesinger ein Foto veröffentlicht, das sie am Set mit Jannis Niewöhner („Smaragdgrün„, „Doktorspiele„) zeigt. Der Nachwuchsstar wird gemeinsam mit Samuel Schneider („Exit Marrakech„, „Boxhagener Platz„) die Hauptrolle in der Inszenierung von Erfolgsproduzent Detlev Buck („Bibi & Tina – Tohuwabohu total!„) übernehmen.

Detlev Buck und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach sind sich bereits im Jahr 2016 am Set der Komödie „Ferien“ über den Weg gelaufen. Schirach gibt darin sein Schauspieldebüt als verschrobener Tante-Emma-Laden-Besitzer Otto. Ob der Autor auch in „Gorillas“ einen Gastauftritt haben wird, ist noch unklar. Fest steht dafür, dass Crime-Fans sich auf eine spannende Geschichte freuen können, gewohnt lakonisch und aus dem Leben gegriffen wie dei Romane von Ferdinand von Schirach.

Ferdinand von Schirach im Kino

Die Geschichten und Romane des Strafverteidigers und Schriftstellers Ferdinand von Schirach sind in der Vergangenheit bereits mehrfach sehr erfolgreich verfilmt worden. Am bekanntesten ist wahrscheinlich die Adaption des interaktiven Theaterstücks „Terror – Ihr Urteil„. Der Film behandelt den fiktiven Gerichtsprozess in dem Kampfpilot Lars Koch (Florian David Fitz), der ein vollbesetztes Passagierflugzeug abschießt, um zu verhindern, dass es von Terroristen in ein Fußballstadion gesteuert wird, verhandelt wird. Am Ende durften die Zuschauer über den Ausgang des Prozesses entscheiden.

Verfilmt wurden außerdem die beiden Kurzgeschichtenbände „Verbrechen“ und „Schuld“ von Ferdinand von Schirach. Im Rahmen einer sechsteiligen ZDF-Miniserie erschien im Jahr 2013 zuerst „Verbrechen nach Ferdinand von Schirach„, bevor im Jahr 2015 „Schuld nach Ferdinand von Schirach“ mit Moritz Bleibtreu in der Hauptrolle folgte. Ebenfalls auf einer Geschichte aus dem Erzählband „Schuld“ basiert übrigens das Drama „Glück“ von Regisseurin Doris Dörrie.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Detlev Bucks ASPHALTGORILLAS ist eine irre Gangsterkomödie über zwei Nachwuchsgangster, deren genialer Plan, das große Geld zu machen, nicht ganz aufgeht.

    Atris soll gegen seinen Willen verheiratet werden und auch sonst läuft es bei ihm nicht gut. Denn als Handlanger eines Unterweltbosses fühlt sich Atris mehr als einmal wie ein kleiner Fußabtreter, der nicht wirklich den Respekt erhält, der auf den Straßen Berlins unerlässlich ist. Als Atris eines Tages auf seinen Schulfreund Frank trifft, der gerade dabei ist, einen Deal mit einer chinesischen Gang abzuziehen, sehen beide ihre Riesenchance gekommen. Endlich die große Kohle einstreichen, endlich allen zeigen, wo der Berliner Bär die Locken hat. Soweit die Theorie. Doch die Praxis sieht auch für zwei unerfahrene kleine Straßengangster oftmals ganz ganz anders aus. Erst recht, wenn die Liebe, ein gefräßiger Hund und ein verschwundener Schlüssel die schönen Pläne durchkreuzen. In seinem neuen Film ASPHALTGORILLAS gibt Regisseur Detlev Buck im wahrsten Sinne des Wortes dem Affen Zucker. Die Figuren, die Konflikte, die Wendungen, die Gewalt: alles ist exzessiv, bunt, schrill, überzeichnet und wild. Und genau das ist die Kraft, die den Film auszeichnet, der auf der Kurzgeschichte "Der Schlüssel" von Ferdinand von Schirach basiert. Doch neben all der herrlich grotesken Überzeichnung fängt Buck das Großstadt- und Bandenmilieu treffsicher und genau ein. Die vielen Wendungen überraschen immer wieder und sorgen dafür, dass man als Zuschauer nie genau weiß, was welche Figur genau im Schilde führt. Dies erschafft nicht nur wahnwitzige Unterhaltung, sondern auch ein nicht nachlassendes Maß an Spannung. Das großartige Ensemble, angeführt von Jannis Niewöhner, Samuel Schneider und Ella Rumpf als Franky, Atris und Marie und unterstützt von Kida Khodr Ramadan, Georg Friedrich und Stipe Erceg in Nebenrollen, zeigt große Spielfreude und ein cooler Soundtrack, eine dynamische Kamera und perfekt gewählte Locations runden den Film ab. ASPHALTGORILLAS ist wie ein Trip im goldenen Lamborghini ohne Anschnallgurt durch die nächtlichen Straßen Berlins. Bunt, rasant und laut.

    Jurybegründung:

    Mit KNALLHART hatte Detlev Buck, der bereits als Komödienregisseur etabliert war, vor einigen Jahren eine überraschend intensive Auseinandersetzung mit Jugendgewalt und Verbrechen inszeniert, an die er mit dem neuen Gangsterfilm ASPHALTGORILLAS anknüpft: allerdings mit einem grotesken Dreh. Sein temporeicher Thriller mutet an, als hätte er Fatih Akins Filme KURZ UND SCHMERZLOS und SOUL KITCHEN auf Speed gekreuzt.
    Alles beginnt mit Atris (Samuel Schneider), der als Drogendealer in Berlin-Kreuzberg arbeitet. Der junge Mann ist es leid, immer nur der Handlanger seines Bosses El Keitar (Kida Khodr Ramadan) zu sein. Als er eines Tages auf der Flucht vor der Polizei zufällig auf Frank (Jannis Niewöhner) trifft, einen Freund aus Kindheitstagen, der ihn mit seinem dicken Lamborghini fast über den Haufen fährt, wittert Atris die Chance, seinem tristen Alltag zu entkommen. Die beiden planen einen Falschgeld-Coup, der bald schief läuft. Atris hat jedoch keine andere Wahl als im Plan zu bleiben, zumal er bereits die Herumtreiberin Marie (Ella Rumpf) involviert und in die er sich spontan verliebt hat. Als alles aus dem Ruder läuft, häufen sich die Leichen: tierische und menschliche. Doch Atris ist im Herzen ein Romantiker, was ihm extrem dabei hilft, zu überleben.
    Detlev Bucks Gangsterfilm ASPHALTGORILLAS ist bei aller Gewalt äußerst witzig und unterhaltsam, der Film ist das Ergebnis einer souveränen Inszenierung, die Milieuzeichnung, Lokalkolorit und bizarre Charaktere gleichermaßen im Griff hat. Die Protagonistinnen und Protagonisten haben vom ersten Moment an Tiefe und Komplexität, wobei einige Nebenfiguren Momente der Nähe und des Innehaltens zugestanden bekommen (etwa Marie oder der musiklöse Leibwächter, der bis in den tragischen Tod treu bleibt), während andere eher stereotyp preisgeben werden (der russische und der chinesische Gangsterboss). Die arabischen Familienmodelle werden im Gangstermilieu gespiegelt und dabei zugleich dekonstruiert: fast beiläufig erleben wir die arrangierten Ehen, die Ablehnung des kulturell als fremd Definierten, und die exponierte Frauenverachtung.
    Der vignettenhaft mäandernde Erzählfluss kommt dem Film zugute. Auf diese Weise kennzeichnet Buck den Stadtteil Kreuzberg als weiteren Protagonisten, dem der Film spannende neue und kinotaugliche Perspektiven abtrotzt. Stilistische Divergenz wird zum Prinzip erhoben, das deutlich durch Hiphop-Ästhetik geschult ist.
    Die beiden Protagonisten erscheinen als eigentlich schwache Kleinganoven, die nicht aus ihrem Milieu herausfinden, und doch die Eskalation fast unbeschadet überstehen. Die Darsteller hier sind bis in die kleinsten Rollen hinein hervorragend besetzt. Ungewöhnlicher ist Bucks Umgang mit teilweise extremer Gewalt, die zwar hochgradig ästhetisiert ist, aber nie konsequenzlos bleibt. Verbrechen wird als ein schwer durchschaubares Netzwerk geschildert, aus dem eine eigene Parallelgesellschaft entsteht, die immer neue Hierarchien und Gewalt hervorbringt.
    Das synkretistische Sounddesign mit unterschiedlichsten Elementen und Einflüssen ist sehr schlüssig und der visuellen Wucht gewachsen. Die Jury würdigt den Film als formalästhetische erstaunliche Leistung, die den deutschen Genrefilm auf hohem Niveau belebt und verleiht ihm das Prädikat "besonders wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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